Alles Tomate!

Hallo Spaß-Coder.

Kaum zu glauben, aber derzeit befinde ich mich zum Thema Coding in einem Motivationsloch – dabei ist der Sommer doch vorbei 😉 Das hat wohl jeder hin und wieder einmal erlebt. Zu Hause noch mit Patterns, Techniken und Methoden auseinandersetzen – och nö. Demnach habe ich auch keine guten Artikel-Ideen für diesen Blog. Bis eben.

Wer kennt das aus dem eigenen Arbeitsalltag oder auch vom Arbeiten zu Hause, ganz egal bei welcher Tätigkeit: Ablenkungen! Mittlerweile gibt es ja auch reichlich davon wie z.B. Handy, Newsticker, eReader, Mails, Instant-Messaging, und wie sie alle heißen. Wer aber lenkt uns über den Tag gesehen am häufigsten ab, andere oder wir selbst? Wer an dieser Stelle noch mal einen Blick in den Artikel zum Thema Eigenverantwortung werfen möchte, hier ist der Link 🙂 Es ist ja nicht nur verlockend, nur mal kurz zu schauen, was es neues in der Welt gibt, was die Kollegen/Freunde im Chat schreiben, welche Mails gerade neu sind etc.

Ich musste für mich alleine lachen, als ich genau diese Situation im Buch „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt!“ [1] gelesen habe. Mein erster Gedanke war „Schön, dass es anderen auch so geht“. Dabei lasse ich meist mein Handy in der Tasche, was die Ablenkungen schon deutlich reduziert. Aus dem Buch geht hervor, dass unserem Gehirn schnell langweilig wird und es sehr neugierig ist – daher suchen wir auch gerne nach Ablenkungen; ein Ausbruch aus der aktuellen Aufgabe ist oft willkommen. Dies führt aber auf der anderen Seite dazu, dass wir Aufgaben nicht fertiggestellt bekommen oder uns immer wieder neu in das Thema hineindenken müssen. Das kostet Energie und Zeit. Hätten wir von beidem unendlich viel, wäre dies wohl kein Thema, über das es sich lohnt nachzudenken.

Weiterhin möchte ich noch zwei Faktoren anführen, die bei der Bearbeitung von Aufgaben eine Rolle spielen: ein klar formuliertes Ziel, dass ich erreichen möchte und eine entsprechende Belohnung. Unser Gehirn möchte immer möglichst sofort belohnt werden und nicht lange darauf warten. Aber am Ende eine Aufgabe als erledigt abhaken und am Ende des Tages etwas geschafft zu haben fühlt sich schon gut an – für mich zumindest 🙂

Von unzähligen Zeitmanagementmethoden und Techniken zur Selbstorganisation hat mir eine besonders gut gefallen, welche ich kurz vorstelle und im Selbsttest ausprobieren werde. Vielleicht hilft es ja auch euch, konzentriert bei einer Sache zu bleiben.

 

Die Pomodoro-Technik

Die Technik selbst könnt ihr bei Wikipedia unter [2] nachlesen. Hier nur das Prinzip in aller Kürze:

Es werden möglichst störungsfreie 25 Minuten Arbeitseinheiten gebildet, in denen eine vorher beschriebe Aufgabe bearbeitet wird. Nach 25 Minuten erfolgt eine 5 minütige Pause. Nach vier Einheiten (pomodori) wird eine Pause von 15 Minuten eingelegt.

Die Idee ist simple. Die Umsetzung bedarf vielleicht ein wenig Übung, uns in der Form „zu takten“. Was erreichen wir nun damit? Erst einmal mehr Selbstdisziplin, konzentriert an einer Sache zu arbeiten, wenn wir uns im Vorfeld dafür entschieden haben, dass dies nun die wichtigste Aufgabe ist und als nächstes erledigt werden muss.

Manche von euch werden nun vielleicht sagen: „Aber wenn der Kollege kommt und etwas von mir wissen will, was dann?“. Es sind nur 25 Minuten. Ich behaupte, für die meisten Anfragen ist es in Ordnung, wenn wir nach Ablauf der 25 Minuten zum Kollegen hingehen; dabei haben wir Bewegung, können das Gehirn mal schweifen lassen und mal das Thema wechseln. Spannender als die Auswirkung dieser Technik auf die Ablenkungen von außen sind die Selbstablenkungen, die wir dadurch vielleicht reduzieren können.

 

Unsere Erfahrungen mit der Pomodoro-Technik

Die Fokuszeit, also ohne Ablenkung konzentriert an einer Sache zu arbeiten, schützt mich mehr vor eigenen Ablenkungen als vor „Störungen von außen“, etwa durch Rückfragen von Kollegen. Diese sind in einem gut funktionieren Team immer möglich. Es wird wohl seltener als vermutet ein Problem sein, solche Rückfragen nach der laufenden Fokuszeit zu klären. Wenn es wirklich dringend ist, dann will ich mich auch direkt darum kümmern.

Insbesondere auch bei kurzen Wartezeiten, z.B. weil ein System gerade meine Anfrage verarbeitet, kommt eine Versuchung auf, mal eben nach den neuesten Mails zu schauen. Oder ich erinnere mich in der kurzen Denkpause an den Termin, den ich noch planen wollte. Todos, die mir während dieser Zeit einfallen, schreibe ich einfach auf eine Liste (so richtig Oldschool mit Stift und Papier) und kann diese später – je nach Priorität – abarbeiten.

Eine hilfreiche Alternative meine Konzentration bei meiner aktuellen Aufgabe zu halten ist die Arbeit im Paar (z.B. Pairprogramming). Hier habe ich dann auch auf die Tomaten verzichtet.

Lasse ich den ersten Schritt, das Formulieren der Aufgabe für die nächsten 25 Minuten weg und nutze nur den Timer, hat die Technik für mich nur einen Bruchteil der möglichen Wirkung. Eigene Ablenkungen lassen sich so reduzieren, aber mein Fokus kann noch gesteigert werden. Erst mit dem Formulieren meines Ziel für die nächste Fokusphase bin ich wirklich fokussiert unterwegs. Ich verheddere mich nicht in irgendwelchen Refactorings oder gehe Fragen nach, die während der Arbeit rechts und links noch hochkommen – ich will ja schließlich mein selbst gestecktes Ziel erreichen! Die Zielformulierung ist insbesondere für alle Leistungsmotivierten Menschen, die gerne Dinge fertigstellen und Ziele erreichen, interessant.

 

Werkzeuge zur Unterstützung

Der Timer auf der Seite moosti[3] war dezent im Hintergrund, dennoch konnte ich die Zeit in der Bezeichnung meines Browser-Tabs sehen und nach Ablauf der Zeit gab es eine Benachrichtigung. Hier fehlte mir ein wenig der Workflow. Die Phasen manuell zu starten bringt zwar die größte Flexibilität, aber lenkt mich durch die Bedienung zu sehr ab.

Die Android App Clockwork Tomato[4] zeigt nicht nur die aktuelle Uhrzeit, sondern die laufende und nächste Phase übersichtlich an. Die Zeit läuft hier automatisch weiter, was mir gut gefällt.

 

Fazit

Jeder wird seine persönliche Strategie für das Zeit- und Selbstmanagement haben oder entwickeln. Interessant ist hierbei, möglichst viele Methoden auszuprobieren um genau die beste für sich herauszufinden. Ich werde die Pomodoro-Technik sicherlich immer mal wieder anwenden, wenn auch nicht täglich damit arbeiten. Mehr werde ich jedoch darauf achten, meine kurzfristigen Ziele klarer zu formulieren und mich somit stärker zu fokussieren.

 

Viel Erfolg beim Ausprobieren und schreibt eure Erfahrungen mit dieser Technik gerne in die Kommentare.

Eure Spaß-Coder.

 

Verweise:

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