{"id":569,"date":"2015-07-22T16:00:42","date_gmt":"2015-07-22T14:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/invidit.de\/blog\/?p=569"},"modified":"2016-02-11T20:44:26","modified_gmt":"2016-02-11T18:44:26","slug":"warum-denn-agil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/invidit.de\/blog\/warum-denn-agil\/","title":{"rendered":"Warum denn agil?"},"content":{"rendered":"<p>Hallo Welt-Verbesserer.<\/p>\n<p>Agilit\u00e4t ist ja mittlerweile ein Schlagwort, an dem wir kaum vorbeikommen, wenn wir uns mit dem Thema Softwareentwicklung auseinandersetzen. Seit \u00fcber 10 Jahren gibt es nun das agile Manifest und seit dem hat das Konzept in der einen oder anderen Form in der Softwareentwicklung Einzug erhalten.<\/p>\n<p>Im Rahmen dieses Artikels m\u00f6chte ich ein wenig dar\u00fcber erz\u00e4hlen, warum wir glauben, dass es f\u00fcr Unternehmen sinnvoll ist, ebenfalls auf Agilit\u00e4t zu setzen und was wir darunter verstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Warum wir es nicht wollen<\/h1>\n<p>Bevor wir uns damit auseinandersetzen, warum wir in unserem Unternehmen agil arbeiten wollen, m\u00f6chten wir erstmal klarstellen, warum wir es nicht wollen sollten.<\/p>\n<p>Agilit\u00e4t scheint derzeit ein Hype zu sein. Jede Softwarefirma, die was auf sich h\u00e4lt macht Scrum oder Kanban. Gut sehen kann man das in den aktuellen Stellenausschreibungen. Selten fehlt dieser Aspekt dort. Aber arbeiten alle diese Firmen auch agil? Oder muss das einfach in den Stellenausschreibungen stehen, damit sich \u00fcberhaupt jemand bewirbt? Sagen wir, wir machen Scrum und haben vielleicht sogar auch ein Board oder leben wir die Agilit\u00e4t im Unternehmen wirklich aus? <em>Wir wollen <strong>nicht <\/strong>agil werden, um agil zu sein.<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Bei Google gibt es so ein Spiel-Zimmer, in dem die Mitarbeiter auf Kicker oder Videospiele auf Spielekonsolen spielen k\u00f6nnen. Wir machen auch so ein Spielzimmer, dann sind wir genau so erfolgreich wie Google!&#8220;. Dass das nicht funktionieren kann, leuchtet jedem ein. Gleiches gilt auch f\u00fcr die Agilit\u00e4t. <em>Wir wollen <strong>nicht<\/strong> agil werden, weil andere es machen.<\/em><\/p>\n<p>Aber warum wollen wir den agil sein, wenn nicht um &#8222;hip&#8220; zu sein, oder um den Erfolg anderer zu kopieren? Es folgen ein paar Anregungen, die vielleicht gar nicht auf den ersten Blick mit Agilit\u00e4t in Verbindung gebracht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>\u00dcberleben am Markt<\/h1>\n<p>Die IT-Branche und insbesondere die Softwareentwicklung ist eine sehr schnelllebige. In dieser Branche m\u00fcssen wir uns durchsetzen. Die Aufgabe eines Unternehmens ist es dabei, sich langfristig am Markt zu etablieren. Wer von uns hat nicht gerne einen sicheren Job?<\/p>\n<p>Um dies zu erreichen, muss ein Unternehmen in der Lage sein, sich schnell an die sich \u00e4ndernden Gegebenheiten des Markts anzupassen, Marktnischen zu erkennen und zu nutzen. Dabei hilft uns die Agilit\u00e4t, da wir durch sie schnell auf Ver\u00e4nderungen reagieren k\u00f6nnen. Sei es nun, dass sich der Markt ver\u00e4ndert, die Konkurrenz erstarkt oder ein neuer Konkurrent dazukommt, sich Trends entwickeln, die man bisher nicht im Blick hatte oder es einfach neue Technologien gibt.<\/p>\n<p>Es gibt viele Gr\u00fcnde, warum ein Markt sich ver\u00e4ndert. Ein Unternehmen muss sich schnell diesen \u00c4nderungen anpassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Das &#8222;Richtige&#8220; tun<\/h1>\n<p>Ein wichtiger Aspekt dabei, konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben ist es, die sogenannte &#8222;Time-to-Market&#8220; m\u00f6glichst kurz zu halten. Das Ziel ist es also, ein Produkt so schnell wie m\u00f6glich zu ver\u00f6ffentlichen, damit es Geld in unsere Unternehmenskasse sp\u00fclt. In der Vergangenheit (und teilweise auch heute noch in vielen Unternehmen) haben wir versucht dies zu erreichen, indem wir die Produktivit\u00e4t erh\u00f6ht haben. Standardisieren von Abl\u00e4ufen, verschlanken von Prozesse, eliminieren von Warte-\/Liegezeiten, bilden spezialisierter Abteilungen, &#8230;<\/p>\n<p>Dieses Vorgehen hat uns sehr weit in die Richtung gebracht, dass\u00a0 unsere Time-to-Market k\u00fcrzer wurde. Nun sind aber meist alle Prozesse und Abl\u00e4ufe soweit optimiert, dass eine kleine Steigerung der Produktivit\u00e4t sehr hohe Investitionen bei der Konzeption und der Umsetzung ben\u00f6tigen. Dieser Weg ist also ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n<p>Viel Wichtiger als die Prozesse zu optimieren wird zunehmend die Frage nach dem <span style=\"text-decoration: underline;\">was<\/span> wir tun. Wenn wir mit hoher Produktivit\u00e4t Produkte entwickeln, die der Kunde nicht braucht, haben wir zwar ein hochoptimiertes Unternehmen, aber leider kein erfolgreiches. Wir m\u00fcssen also versuchen das Richtige Produkt f\u00fcr unsere (zuk\u00fcnftigen) Kunden zu entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Gemeinsam sind wir st\u00e4rker<\/h1>\n<p>Dabei hilft uns die Agilit\u00e4t mit Ihrem Verst\u00e4ndnis von Zusammenarbeit. Hier arbeiten funktions\u00fcbergreifende Teams (engl. cross functional teams) eng zusammen. Das Team besitzt dabei in Summe alle Kompetenzen, welches f\u00fcr das Produkt erforderlich sind. Jeder einzelne kann und darf &#8211; ja soll! &#8211; seinen Beitrag zum Erfolg des Produkts leisten. Das Team besteht dabei im besten Fall nicht nur aus reinen Entwicklern. Nein, jeder im Unternehmen kann in einem solchen Team arbeiten. Je unterschiedlicher, desto besser. In Kundenprojekten kann sogar der Kunde selbst teil eines solchen Teams sein.<\/p>\n<p>Gemeinsam im Team werden dann die richtigen Priorit\u00e4ten gesetzt. Das sind genau die Priorit\u00e4ten, die dem Unternehmen den gr\u00f6\u00dften wirtschaftlichen Erfolg gew\u00e4hren. Dabei liegt der Fokus nicht darauf, kurzfristig Erfolg zu haben und Geld zu machen, sondern auf der langfristig angelegten Marktstabilit\u00e4t (siehe oben). Das ist auch der Grund, warum es so wichtig ist, ein m\u00f6glichst breites Spektrum an Kompetenzen im Team zu haben. Gemeinsam wird so die richtige &#8211; oder wenigstens bestm\u00f6gliche &#8211; Entscheidung im Sinne des Produkts und damit im Sinne des Unternehmens getroffen.<\/p>\n<p>Um die Time-to-Market kurz zu halten hilft es auch, <span style=\"text-decoration: underline;\">wenige<\/span> Teile des Produkts <span style=\"text-decoration: underline;\">fertig<\/span>zustellen, statt viel auf einmal anzufangen, aber nichts zu Ende zu bringen. Denn: <em>Nur was <u>fertig<\/u> ist, bringt uns wirtschaftlich weiter<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Kleine Schritte zum Ziel<\/h1>\n<p>Sind die Priorit\u00e4ten einmal festgelegt, geht es los! Das Team folgt dem Plan in kleinen, iterativen Schritten. Nach jedem Schritt wird geschaut wo wir stehen und was der n\u00e4chste Schritt ist. Sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt werden die Priorit\u00e4ten noch einmal gepr\u00fcft und angepasst. Hat sich der Markt ver\u00e4ndert? Haben wir neue Erkenntnisse dar\u00fcber gewonnen, was unsere Kunden brauchen? Haben sich Rahmenbedingungen ge\u00e4ndert? Alle diese Einflussfaktoren m\u00fcssen erneut in die Wegschale geworfen werden. Thematisiert hatten wir das ja bereits im Artikel <a href=\"http:\/\/invidit.de\/blog\/schritt-fuer-schritt\/\" target=\"_blank\">Schritt f\u00fcr Schritt<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser Ziel ist es nicht, Software zu entwickeln. Unser Ziel ist es, <b>gute Produkte <\/b><u><b>auszuliefern<\/b><\/u><b>.<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im zweiten Teil dieser Miniserie geht es um Ver\u00e4nderungen. Warum sind sie n\u00f6tig und wie kann Agilit\u00e4t uns dabei unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wir hoffen, euch den einen oder anderen Denkansto\u00df oder vielleicht auch eine Argumentationshilfe an die Hand gegeben zu haben. Macht das beste daraus.<\/p>\n<p>Eure Spa\u00df-Coder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Welt-Verbesserer. Agilit\u00e4t ist ja mittlerweile ein Schlagwort, an dem wir kaum vorbeikommen, wenn wir uns mit dem Thema Softwareentwicklung auseinandersetzen. Seit \u00fcber 10 Jahren gibt es nun das agile Manifest und seit dem hat das Konzept in der einen oder anderen Form in der Softwareentwicklung Einzug erhalten. 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